S Ü D A M E R I K A

2001 Peru - Von der Cordillera Blanca bis ins Herz des Inkareiches

Eisgipfel am Äquator 1997 Bolivien mit der Königskordillere 1999

Nevado Ishinka

Nevado Ishinka

Nevado Pisco

Nevado Urus 5.326 m
tocclaraju 6.036 m

Sonnenuntergang am Tocclaraju

Machu piccu
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Email-Adressen für Auskünfte:
Bergführer Ernst Müller mueller@chimborazo.ch  
Club Hotel Andino in Huaraz
andino1@wayna.rcp.net.pe
Nunmehr in regelmäßigen Abständen von zwei Jahren begaben sich auch heuer wieder drei Mitglieder der Bergrettung Saalbach-Hinterglemm auf den Weg nach Südamerika,um diesmal die weiße Cordillera, die Berge Perus, zu besuchen.Ortsstellenleiter Werner Binder, Toni Hagleitner und Peter Mitterer führten die Abenteuerreise mit dem bekannten Schweizer Bergführer Ernst Müller, Bergsteigerschule Pontresina, durch. Ernst Müller lebt seit 10 Jahren in der Winterzeit in Ecuador und ist somit ein brillianter Kenner der Südamerikaszene.

Am Freitag, den 25. Mai 2001 wurde in Salzburg gestartet und über Amsterdam, Aruba nach Lima geflogen. Von dort mit dem Reisebus auf der Panamerica in 10-stündiger Fahrt ins Santa Tal nach Huaraz, in die Region Ancash im Nordwesten Perus. Nach ausgiebiger Ortserkundung wurde mit der Aklimatisierung begonnen. In der Cordillera Negra ging es auf den 4.800 m hohen Japruijirca. Tags darauf in den Puja Raimondi-Nationalpark auf den 5.240 m hohen Patoruri und am 29. Mai ging es los in den Huascaran Nationalpark.
Aufmagaziniert bis zum Letzten, um eine Woche zelten mit Verpflegung durchzustehen, fuhren wir, unter fachkundiger Führung unseres Bergführers Ernst Müller sowie einem Campwächter namens Alonzio, in Richtung Basecamp. Das erste Auto begann nach einer Stunde zu rauchen, man stieg auf einen anderen Taxibus um und wir erreichten gegen Nachmittag unser Basislager auf 3.900 m. Tags darauf gings zur Pisco Hütte – sie liegt auf 4.800 m – man vertrieb sich den Nachmittag mit einer Höhenwanderung auf und um die Moräne. Danach ging es wieder ins Tal um der Höhenaklimatisierung Folge zu leisten. Am nächsten Tag wieder Aufstieg zur Pisco Hütte, weiter marschierte man durch das gesamte Moränental. Aufstellen der Steinmännchen, um in der Nacht den sicheren Weg zum Gletschereinstieg zu finden.
Tags darauf wurde der 5.760 m hohe Nevado Pisco in Angriff genommen. Begleitet von wunderschönem Wetter, einer Temperatur von –5 bis –8 °C, war dies ein herausragendes aber sehr anstrengendes Gipfelerlebnis. Am späten Nachmittag im Basislager angekommen, war bereits ein Lagerfeuer vorbereitet. Nach einer kräftigen Jause beschließen wir mit einigen Bierchen den Gipfelsieg.
Mit der Höhenaklimatisierung ist bereits eine Woche vergangen und es ging zurück nach Huaraz, um sich für die nächste Woche, die Fahrt ins Ishinkatal vorzubereiten. Gesagt, getan, tags darauf waren wir bereits unter Mithilfe von vier Eseln und einem Treiber mit unseren Zelten und gesamter Bergausrüstung auf 4.370 m in unserem Basislager im Ishinkatal.
Gegen Abend trübt das Wetter ein, Nieselregen, kalt – typisches Äquatorwetter, in der Früh schön und kalt, mittags warm, nachmittags Eintrübungen, Niederschlag, nachts fast winterlich. Am nächsten Tag geht’s um 6.00 Uhr zum Nevado Urus, um 10.30 Uhr erreichen wir nach einem kräfteraubenden Aufstieg über Moränen und Gletscher den 5.370 m hohen Gipfel.
Herrliches Wetter und prachtvolle Aussicht mit Blick auf die 6000er Welt der weißen Cordillera. Beeindruckend schöner, glasklarer, tiefblauer Himmel, fast eine kitschige Postkartenidylle. Der zweite Gipfelsieg  war uns sicher.
Nach einem Ruhetag, der uns berechtigt gegönnt war, ging‘s dann auf das Hochlager, auf 5.000 m, an der Gletscherzunge zum 6.036 m hohen Tocclaraju. Typische Hochlageridylle: ein Zelt, drei Mann, wenig Platz; viel Tee und Suppe, um Kraft zu holen für den nächsten Tag.

Der härteste Gipfelsieg
Unter professioneller Aufsicht unseres Bergführers geht es am nächsten Tag um 1.30 Uhr zum Gipfelanstieg. Um 8.00 Uhr bei bereits aufziehendem Schlechtwetter haben wir den Gipfel erreicht. Nach einem schwierigen Aufstieg im Neuschnee und Überwindung steiler Eisgrate ist uns der dritte Gipfelsieg sicher. Es war der alpinistisch härteste und schwerste für uns.
Nach einem kurzen Aufenthalt, da sich bereits starker Wind breit macht, beginnt der Abstieg. Durch Eisregen und starken Wind wird dieser nicht gerade zum Vergnügen. Um 10.00 Uhr haben wir unser Hochlager zufrieden, erleichtert, jedoch unter Merkmale der Anstrengung, erreicht. Zeltabbau und ab ins Tal - ist die Devise. Dort werden wir von unserem Lagerwächter mit einem Bier und Zigaretten herzlichst empfangen.
Ein Ruhetag ist angesagt. Tags darauf geht’s um 4.30 Uhr bei kaltem Wetter auf zum 5.530 m hohen Ishinka. Eine wunderschöne Tour, die uns mittlerweile leicht fällt, sodaß wir um 10.30 Uhr äußerst zufrieden auf dem grandiosen Gipfel die Rundumaussicht Richtung Ranrapalca und des Nord- und Südgipfels Huarascaran genießen. Wir entschließen uns nicht den selben Weg, sondern die Überschreitung des Gipfels zu machen und kommen am frühen Nachmittag sehr zufrieden und beeindruckt von der Gipfelwelt der weißen Cordillera im Basislager an.

Reges Treiben in Cusco
Danach haben wir eine kräftige Zeltfeier, weil es der letzte, vielleicht auch einer der schönsten Gipfel, in diesem Gebiet war. Danach ein Themenwechsel: Abreise von Huaraz nach Lima und Weiterflug nach Cusco. Die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches ist mittlerweile eine der bekanntesten und größten Fremdenverkehrsmetropolen Perus. Gerade im Juni durch die vielen Prozessionen (Corpus Christi) findet in der Stadt ein reges Treiben statt. Viele Eindrücke und Bilder werden gesammelt. Danach geht’s weiter zum Inkatrail in herkömmlicher Form. Anreise mit dem Zug, Start ist bei Kilometer 88 im Urubambatal. Um 11.00 Uhr wandern wir in 2.400 m und einer Temperatur von Mitte 20° C in Richtung 4.200 m, um den ersten Paß zu überwinden. Der Weg führt uns durch ein langes Tal vorbei an blühenden Orchideen und Bromelien im Regenwald. Danach ein Abstieg über 600 m zum 1. Zeltplatz. Nach 7-stündigem Auf und Ab ist man ernsthaft schlapp.
Der nächste Tag beginnt um 7.00 Uhr mit dem Aufstieg auf 3.900 m – alle Auf- und Abstiege werden auf Steintreppen, die meisterlich von den Inkas verlegt wurden, zurückgelegt. Man sieht die ersten Ruinen der Inkas in imposanter Weise aus dem Nebelwald hervorragen. Endlich erreichen wir den dritten Paß. Dann der Abstieg zum Kontrollpunkt Winaywayna. Hier herrscht Hochbetrieb, volle Zeltplätze, überfüllte Restaurants, hier trifft man die Wanderer des kurzen Inkatrails im Aufmarsch von Reisebürogruppen.
Tags darauf geht’s um 6.00 Uhr los in Richtung Sonnentor. Bei herrlichem Sonnenschein durchstreifen wir das berühmte Tor und sehen die einzigartige imposante Ruinenstadt Machu Piccu. Ein fast ergreifender Augenblick vermischt mit der Naturschönheit und den gigantischen Bauwerken aus der Zeit der Inkahochblüte. Nach ausgiebiger Besichtigung der wohl berühmtesten Inkastadt erklimmen wir noch die endlosen Steinstufen auf den Huyana Picchu, die letzte Bergtour unserer Reise. Von hier aus liegt einem die ganze Stadt Machu Picchu zu Füßen.
Danach fahren wir mit der berühmten Eisenbahn von Aguas Calientes in drei Stunden zurück nach  Cusco. Imposant ist die Einfahrt in die Stadt, die Bahn fährt hin und her, um die hohe Steigung zu überwinden. Man sieht auf die Lichter der ehemaligen Inkametropole.

Zufrieden über das Erlebte genießen wir noch einige ruhige Tage in Aruba und plätschern im kristallklaren, türkisfarbigen Südseemeer unter Palmen. Schnorcheln, Hochseefischen sowie eine U-Bootfahrt rundeten das Programm ab. Abends besuchten wir die Oranjestad, eine schöne, bezaubernde, imposante Südseekleinstadt mit holländischem Flair. Dank der fachkundigen Führung unseres professionellen Bergführers Ernst Müller haben wir auch diesmal viel erlebt und viel sehen können. Die Eindrücke der Bergwelt der weißen Cordillera kann man nicht mit Worten beschreiben und Bilder sind zu wenig, man muß sie gesehen haben, dann trägt man sie im Inneren und wird sie nie vergessen.

 

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